AZ-Runden: Abschlagszahlungen nach VOB sauber abrechnen
12. August 2026
Bauleistungen über längere Zeit werden nicht am Ende bezahlt, sondern laufend nach Baufortschritt: Abschlagszahlungen auf Aufmaß. Wer die Runden sauber führt, hat immer Geld im Projekt — und am Ende eine Schlussrechnung, die niemand anzweifelt.
01Was eine AZ-Runde ist
Nach VOB/B § 6 Abs. 1 kann der Auftragnehmer Abschlagszahlungen für erbrachte Leistungen verlangen — die Grundlage ist das Aufmaß. Eine AZ-Runde ist genau das: das Aufmaß zu einem Stichtag (Monatsende, Abschnittsende), aus dem die Abschlagsrechnung entsteht. Die Summen der Runden ergeben mit der Schlussrechnung den Gesamtabrechnungsstand.
02Der Sicherheitseinbehalt
Üblich und nach VOB zulässig: Der Auftraggeber behält bis zu 10 % jedes Abschlags als Sicherheit ein. In der Rechnung ausgewiesen wird der Brutto-Abschlag, der Einbehalt und der Auszahlungsbetrag — und wichtig: Der Einbehalt ist kein Verlust, er fließt mit der Schlussrechnung zurück (gegen Bürgschaft auch früher). Wer ihn nicht ausweist, verwirrt die Gegenseite und die eigene Buchhaltung.
03Protokoll entscheidet
Gemeinsames Aufmaß mit der Bauleitung, unterschrieben — das ist der Kern jeder sicheren AZ-Runde. Das Protokoll dokumentiert, welche Positionen zu welchem Stand abgerechnet sind; Differenzen werden im Nachtrag geklärt, nicht in der nächsten Runde still angepasst. Jede Runde braucht außerdem ihren eigenen nummerierten Stand, sonst vermischen sich die Zeiträume.
04Wie Finbuch die Runden führt
Jede AZ-Runde ist ein eigener, protokollierter Aufmaß-Stand auf denselben LV-Positionen: vorherige Runden bleiben sichtbar, Differenzen zum Auftrag zeigt das System, und aus der Runde entsteht die Abschlagsrechnung mit ausgewiesenem Einbehalt. Die Schlussrechnung zieht die Summen der Runden ab — alles aus einem Aufmaßbuch statt aus drei Ordnern.