GAEB 90, GAEB 2000, DA XML: die drei Generationen erklärt
25. März 2026
Öffentliche Bauherren schicken Leistungsverzeichnisse als GAEB-Datei — und je nach Alter der Ausschreibungssoftware dahinter ist das gleich eine von drei völlig verschiedenen Techniken. Ein Überblick, welche Datei was bedeutet und warum „einfach öffnen“ selten funktioniert.
01GAEB 90: der klassische Zeichensatz
Dateien mit Endungen wie .d81 oder .d83 stammen aus der Welt von 1990: festes Positionsformat, DOS-Zeichensatz, 80-Zeichen-Denken. Die Datei ist robust und überall lesbar — aber Umlaute und Sonderzeichen landen als ä-Kauderwelsch auf dem Bildschirm, wenn die Software den Zeichensatz nicht richtig errät. Genau daran scheitern viele Importe.
02GAEB 2000: Struktur mit Mehrwert
Die .p81/.p83-Welt bringt echte Hierarchien: Lose, Titel, Untertitel, Langtexte und Zusatzfelder. Fast alle öffentlichen Auftraggeber zwischen 2000 und Mitte der 2010er haben hier ausgeschrieben — und ein guter Teil tut es bis heute. Der Aufbau ist XML-artig strukturiert, die Zeichensatz-Falle bleibt.
03GAEB DA XML: das moderne Format
Seit 2018 ist XML der Standard: .x81 bis .x86, saubere UTF-8-Kodierung, klare Schemata. Die Ziffer nach dem x ist die Phase — x81 Anfrage, x83 Angebot des Auftraggebers-Anfrageformats, x84 deine Angebotsabgabe, x85 Zuschlag, x86 Aufmaß. Wer heute eine Ausschreibung bekommt, bekommt immer öfter XML.
- X81: Anfrage/Ausschreibung des Auftraggebers
- X84: deine Angebotsabgabe — das, was du zurückgibst
- X86: Aufmaß/Abrechnung
04Warum der Import scheitert — und was ihn rettet
Die drei Generationen mischen sich im Alltag: Ein Landkreis hängt eine D90-Datei an, die Bau GmbH daneben eine X81. Software, die nur ein Format kann, zwingt dich zum Abtippen. Finbuch erkennt Format und Zeichensatz jeder GAEB-Datei automatisch und baut die Hierarchie vollständig auf — egal welche Generation. Und die Abgabe geht als X84 in exakt der Struktur zurück, die die Gegenseite erwartet.